Der Realitätsbezug im Tatort

Woche für Woche fesselt er sonntagabends Millionen Zuschauer an die Fernsehgeräte: Der Tatort. Die insgesamt 926 Folgen entstanden in der rund 40-jährigen Geschichte des Tatorts und bis jetzt ist noch lange kein Ende der Produktion in Sicht. Im Gegenteil. Von Tatort Public Viewing bis hin zum Mitermitteln via Social TV – der Tatort ist mehr als ein bloßes Fernsehformat. Er ist montagmorgens das Gesprächsthema beim Kaffee mit den Kollegen und die Zeitungen sind voller Filmkritiken.

Gerade weil das Thema Tatort für uns alle so präsent und greifbar ist, ist eine Visualisierung dazu angebracht. Es existieren bereits zahlreiche Grafiken zu den verschiedenen Ermittlerteams oder den Tatort-Spielstätten. Hier sollen aber noch andere Aspekte berücksichtigt werden: Wieviel Realität steckt denn im Tatort? Welche Fälle haben Bezug zu realen Ereignissen? Und werden reale Vorkommnisse auch in Tatortfolgen umgesetzt, die geografisch weit vom eigentlichen Ort des Geschehnisses entfernt sind?

 Die fertige Visualisierung, die mit CartoDB erstellt wurde, ist unter diesem Link zu finden:

http://cdb.io/WvCtJQ

 Shot 1

 

Die Bilder der Tatortkommissare stehen dabei für die Tatortfolgen. Mit Klick darauf, können die Zusammenfassung der Handlung, der Termin der Erstausstrahlung und weiteres Wissenswertes nachgelesen werden. Unten angefügt sind noch Links für weitere Informationen. Diese sind leider nicht als Hyperlinks verfügbar.

Die Tatortfolgen sind durch Linien mit ihren realen Ereignissen verknüpft, die hier mit Hilfe der Totenkopfsymbole dargestellt werden. Durch einen Klick öffnet sich eine Infobox, in der das reale Ereignis genauer beschrieben wird. Auch hier ist eine Linksammlung angefügt.

Aber Achtung: Die Visualisierung erweckt den Anschein, dass der Realitätsbezug der Tatortreihe im Allgemeinen hoch ist. Das ist nicht der Fall! Bei der Recherche wurde gezielt nach Folgen gesucht, die einen Realitätsbezug haben. Zum Vergleich: 2013 wurden 36 Tatortfolgen zum ersten Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Nur zwei unter ihnen hatten einen deutlichen Bezug zur Realität, sodass sie in der Grafik erscheinen. Und selbst die Folgen mit Realitätsbezug, die aufgenommen wurden, spiegeln die Wirklichkeit nicht immer 1:1 wieder. Als Beispiel dient der U-Bahn-Mord in München: Dieser wurde in der Realität von einem Griechen und einem Türken verübt, während in den Filmen jeweils Deutsche die Täter waren – wahrscheinlich um Rassismusvorwürfe zu vermeiden. Auch die Haupttodesursache stimmt nicht mit der wirklichen überein. So wurden im Tatort 2013 insgesamt 30 Prozent aller Opfer erschossen, eine Statistik der Morde in Deutschland von 2012 belegt aber, dass der reale Anteil nur bei 13 Prozent liegt.

 

Als Quellen für die Visualisierung und den Blogeintrag dienten:

http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/index.html

http://www.tatort-fundus.de/web/startseite.html

http://www.tatort-blog.de/

http://www.fernsehserien.de/tatort/episodenguide/43/8580

 https://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2012/2012Zeitreihen/pks2012ZeitreihenFaelleUebersicht.html

 

 

 

 

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